Praxistransfer als Auftrag an Fort- und Weiterbildung

Synergien im Sinne einer patient*innen-orientierten Physiotherapie

Fort- und Weiterbildung in der Physiotherapie muss nicht nur wissenschaftliche Entwicklungen berücksichtigen. Entscheidend ist, neue Erkenntnisse erfolgreich in die Arbeit mit Patient*innen und Klient*innen zu übertragen. Genau dieser Praxistransfer macht den Nutzen von Wissen im Versorgungsalltag sichtbar.

Auftrag an Bildungseinrichtungen wie phydelio ist daher, den Spagat zwischen Theorie und Praxis, klinischer Erfahrung, gewachsener Expertise und systematisch generiertem Wissen unter Berücksichtigung der betroffenen Personen und deren Lebenswelten zu meistern. Geeignete didaktische Konzepte fördern Lern- und Entwicklungsprozesse und schaffen innovative Zugänge, um neue Erkenntnisse mit bestehenden Problematiken zu verknüpfen und umgekehrt. Oftmals hilft es da, über Grenzen hinweg in den Austausch zu gehen.

Im Seminarzentrum von Physio Austria widmen sich erstmals niederländische Expert*innen dem Thema Gehirnerschütterung. Diese zählt zu den häufigsten neurologischen Verletzungen in Sport, Straßenverkehr und Alltag. Melvin Pitz, MSc., Cornel Tol, MSc. & Jutta Prünner, MSc. vermitteln ein modernes, evidenzbasiertes Behandlungskonzept für Gehirnerschütterung und persistierende Beschwerden nach leichtem Schädel-Hirntrauma. Aktuelle Studien zeigen, dass eine differenzierte Diagnostik und ein zielgerichteter, biopsychosozialer Behandlungsansatz entscheidend für eine optimale Versorgung und Rehabilitation sind. Das ist Inhalt dieses Semianrs, welches neben einer Präsenz- auch eine on-demand Online-Komponente umfasst. Auf Grundlage der vermittelten Theorie wird stark auf das Implementieren der Seminarinhalte in den Therapiealltag fokussiert.

Und vorab ONLINE: 26.11.2026 Infoabend und Teaser zum Seminar "Concussion Experte"


Die “italienische” Faszienmanipulation nach Stecco ermöglicht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Anatomie und Physiologie der Faszie, Ursache-Wirkungsketten im myofaszialen System zu identifizieren und behandeln. Die finnische Pädiatrie-Expertin Nita Tolvanen, BSc verknüpft dies mit neurologischen Krankeitsbildern. Denn Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Bewegungsumfang und Schmerz in der Neurologie mit faszialen Strukturen.


Der ganzheitliche Ansatz des Norwegian Psychomotor Physiotherapy NPMP Konzepts hat sich aus der klinischen Praxis in der Orthopädie und Psychiatrie entwickelt, durch die theoretischen und evidenzorientierten Perspektiven Beachtung gewonnen. Randi Sviland, PhD  & Tove Dragesund, PhD bringen diesen Zugnag nun nach Österreich, wo Stefan Perner, BA BSc Msc Kernaspekte davon bereits im Mental Health Basislehrgang implementiert hat.


In der Onkologie gewinnen aktive bewegungs- und trainingstherapeutische Ansätze zunehmend an Bedeutung. Voraussetzung dafür ist, dass Physiotherapeut*innen typische klinische Problemstellungen kennen und evidenzbasierte Untersuchungs- und Behandlungsmethoden gezielt einsetzen.

Und vorab ONLINE: 3.11.2026 Training mit onkologischen Patient*innen // 12.12.2026 Trainingstherapie bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Aspekte der aktiven Physiotherapie im Kontext der palliativen Betreuung von Patient*innen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen // 2.2.2027 Trainingstherapie bei Prostatakarzinom


Die Ultraschalldiagnostik eröffnet im muskuloskelettalen Bereich neue Möglichkeiten. Sie unterstützt Befundung und Therapie, ergänzt den Clinical-Reasoning-Prozess und verbessert durch unmittelbares visuelles Feedback die Therapiequalität. Physiotherapeut*innen in den Niederlanden arbeiten bereits viele Jahre damit und widmen sich dem internationalen Wissenstransfer. Direkt auf den Bedarf und die Möglichkeiten in Österreich zugeschnitten, widmet sich Edward Oosthoek, Bakk. dem Thema für phydelio:

Reflektierte Vortragende, die aktuelle praxisrelevante Evidenz mit ihrer eigenen klinischen Erfahrung verknüpfen, sind zentrale Multiplikator*innen für Qualitätssicherung und Innovation in der Physiotherapie.