Seminar Art
Präsenz
Fortschrittslevel
Advanced/vertiefend

Der männlicher Beckenboden
Physiotherapeutische Behandlungsansätze bei Dysfunktionen im männlichen Urogenitalsystem

Themengebiet
Gynäkologie, Geburtshilfe, Urologie und Proktologie (GUP)

Dieses Seminar wird demnächst zur ANmeldung frei gegeben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an office@phydelio.at

 

Der männliche Beckenboden und der physiotherapeutische Therapieprozess bei männlichen Kontinenz- und Sexualfunktionsstörungen ist ein wichtiges Aufgabengebiet in der Physiotherapie und muss klar abgegrenzt werden von der weiblichen Beckenbodendysfunktion.

Pathologien im Bereich der männlichen Beckenorgane sind die gutartige Prostatavergrößerung, das Prostatakarzinom und die postoperative Harninkontinenz und Sexualfunktionsstörung. Physiotherapeut*innen können die funktionellen Störungen untersuchen und behandeln. Sie müssen durch exakte Screeningmethoden Risikogruppen erfassen, eine korrekte Prognose und einen Behandlungsplan für die Ziele der funktionellen Rehabilitation erstellen, die Behandlung durchführen, dokumentieren und interdisziplinär diskutieren.

 

Inhalt:

Theorie: Der männliche Beckenraum: Normfunktion und Dysfunktion

  • Funktionelle Anatomie und Physiologie des männlichen Beckenbodens und der Beckenorgane
  • Anatomie und Physiologie der Miktion und Defäkation
  • Senso-motorische Kontrolle des Beckenbodens mit Schwerpunkt Kontinenzfunktion.
  • Formen der Inkontinenz (Harn und Stuhl), erektile Dysfunktion
  • Funktionelle Zusammenhänge Becken – Brustkorb – untere Extremitäten und deren Bedeutung für die Miktions- und Defäkationsprozesse. 
  • Clinical Reasoning: Untersuchung – Hypothesenbildung und gezielte Selektion von Maßnahmen zur Verbesserung Kontrollfunktion (Einzel- und Gruppensetting).

Praxis: Palpation und Fazilitation von selektiven Beckenbodenaktivitäten

  • Physiotherapeutische Edukation: Miktion, Defäkation, Sexualfunktion
  • Untersuchung und Berührung in der Beckenregion: Bedeutsamkeit von Scham und Offenheit im intimen Bereich – therapeutischer Zugang und Umgang mit individueller Wahrnehmung
  • Shared Decision making in der Therapie
  • Physiotherapeutische Untersuchung externale Palpation durch Therapeut*innen und als Selbstuntersuchung für Patient*innen. Beurteilungsmöglichkeiten der Beckenbodenfunktion bei nicht-invasiver Palpation. Darstellung der Funktion über bildgebenden Ultraschall
  • Befund und Wieder-Befundung/Verlaufskontrolle
  • Motorische Kontrolle im Beckenraum – Verstehen – Üben – Trainieren – in ADL einbauen
  • Üben aller Funktionsparameter (Maximalkraft, Schnellkraft, reaktive Kraft, Ausdauer, Entspannung)
  • Koordination zu: Core-Muskulatur, Atmung, Sprechen, Räuspern- Husten-Niesen
  • Integration in Übungen für die Wirbelsäulen Mobilität und dynamische Stabilität
  • Koordination mit Aktivitäten der Unteren Extremitäten: Stehen- Bücken- Heben- Gehen- Laufen- „Springen“

Praxis - spezielle Lebenssituationen und Krankheitsbilder

  • Leitfaden zur Behandlung und zum Management von
    •    Drangstörungen Urgency und Urgeinkontinenz (Harn und Stuhl)
    •    Belastungsinkontinenz (Harn und Stuhl)
    •    Prä- und postoperative Rehabilitation (Prostatektomie)
    •    Kontinenz- und Senkungsbeschwerden – Klimakterium und Andropause

    Schwellkörpertraining /Einsatz von Hilfsmitteln

    Assessments: objektive und subjektive Assessments (Miktions- Defäkationsprotokoll, ICIQ – Assessments als Verlaufskontrolle)

     

Ziel: 

Die Teilnehmer*innen kennen 

  • die Anatomie und Normfunktion im Beckenraum (Neuro-myofasziale Funktion und Funktion der Beckenorgane),
  • können dieses Wissen auf die spezielle physiotherapeutische Untersuchung und die Auswahl von physiotherapeutischen Methoden bei Einzel- und Gruppenbehandlungen übertragen,
  • erkennen die besondere Herausforderung der Behandlung im Beckenbereich,
  • können edukative Maßnahmen und den Einsatz von Beobachten, Tasten und Berühren als Basis einer Funktionsuntersuchung patientenorientiert und im Sinne des Shared Decision Making einsetzen,
  • können nicht invasive Untersuchungsmöglichkeiten zur Beurteilung der Beckenbodenfunktion therapeutisch anwenden und als Instrument der Selbstuntersuchung instruieren,
  • kennen valide Assessments, können diese interpretieren, verstehen deren Einsatzbereich und können diese für Patienten verständlich und sinnvoll einsetzen,
  • können die Prinzipien selektiven Übens auf den Beckenbereich übertragen,
  • haben ein Basisrepertoire für selektives und integriertes Üben,
  • können eigenständig den Transfer von bekanntem Wissen und Können aus der physiotherapeutischen Übungs- und Trainingsbehandlung auf spezifische Fragestellungen im Aktivitätenbereich des Beckens und der angrenzenden Körperabschnitte herstellen und so selbständig Übungsprogramme planen, erstellen und umsetzen sowie
  • Behandlungsprinzipien für spezielle Lebensphasen und Krankheitsbilder ableiten.

 

Methode: 

  • Präsentation
  • praktische Übungseinheiten
  • Fallbeispiele
  • Diskussion, Austausch, Zeit für Fragen

In diesem Seminar ...
 

NEU
Referent*innen
Termin(e)
-
Seminar Ort
Moorheilbad Harbach, Waldviertel
Dauer/UE
16 UE à 45 Min.
Seminarzeiten
Tag 1: 9:00 – 17:45 Uhr; Tag 2: 8:30 – 13:00 Uhr
Zielgruppe
Ärzt*innen
Physiotherapeut*innen
Rollen lt. Kompetenzprofil
Expert*in
Innovator*in
Kommunikator*in
Teamworker*in