Medizinische Trainingstherapie. Modul: Becken, SIG und Symphyse
Die Beckengelenke im Zentrum des menschlichen Körpers übernehmen sowohl im Rahmen der Statik (als Puffer) als auch in der Dynamik (geführt von myofaszialen Ketten) eine Reihe komplizierter Koordinationsaufgaben. Darüber hinaus bieten sie im kleinen Becken den inneren Organen Schutz und eine stabile Basis. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Sakroiliakalgelenk häufig für Rückenschmerzen verantwortlich ist und bei ca. 15% der Betroffenen ursächlich für die entsprechenden Beschwerden verantwortlich gemacht werden kann.
Auch im Leistungs- und Breitensport berichten zunehmend mehr Patient*innen von Symptomen im Beckenbereich. Nicht weniger als 20% der symptomatischen Athleten in Ballsportarten sind durch die sogenannte Sportlerleiste oder die Pubalgie gezwungen, ihre Leistung zu reduzieren.
Inhalt:
Neben der Befundaufnahme (Anamnese und ausgewählte manuelle Testverfahren) werden in diesem Kurs beschreibende und funktionell anatomische Aspekte behandelt und die daraus entstehenden trainingstherapeutischen Konsequenzen (Automobilisation-Autostabilisation) erarbeitet. Die Autostabilisation findet mit verschiedenen Hilfsmitteln statt (überwiegend freie Gewichte, Seilzug, etc.).
Des Weiteren werden Zusammenhänge zu viszeralen Pathologien aufgezeigt und daraus resultierende Behandlungsstrategien erarbeitet (viszerale Automobilisation).
Folgende Pathologien stehen im Mittelpunkt
- Sakroiliakale Schmerzen inklusive spezifische Erkrankungen (Sakroiliitis)
- Beckengürtelschmerzen
- Chronisches Beckenschmerzsyndrom
- Muskulär bedingte Schmerzen am Beispiel des tiefen Glutealsyndroms
- Leistenschmerzen (muskulär und arthrogen)
Ziel:
Die Teilnehmer*innen besitzen nach dem Seminar folgende Fähigkeiten:
- Differenzialdiagnostik bei verschiedenen Pathologien des Beckenrings
- Erkennen von klinischen Mustern
- Methodischer Aufbau der Trainingsmethoden anhand der Wundheilungsphasen
Evidenzbasierte Test- und Behandlungsmethoden indikationsspezifisch
Methode:
- Theorievorträge und Präsentationen
- praktische Übungseinheiten und Demonstrationen
- interaktive Workshops
- Anschauungsmaterialien
- Diskussion, Austausch, Zeit für Fragen und Reflexion
Das Verhältnis von Theorie und Praxis beträgt ca. 50:50.
In der Reihe "Medizinische Trainingstherapie" werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in der Anatomie, Biomechanik, Neurophysiologie, Trainingswissenschaft und aus anderen wichtigen physiotherapeutischen Bereichen praxisrelevant umgesetzt: konzeptunabhängig fundierte, theoretische und praktische up-to-date-Fortbildungen.
Weitere relevante Themenbereiche: Chirurgie, Geriatrie, Sportphysiotherapie uns Schmerz
Frank Diemer, MSc
Mehr lesen zu Frank Diemer, MSc"Modul: Grundlagen" empfohlen, Kenntnisse können auch anders erlangt werden.